Libellen - Odonata

Hier zunächst eine Kurzcharakteristik der Libellen (Odonata):
s. auch (unten): / Spitzenindikatoren / Verbreitungskarten /

s. auch: Verbreitungsatlas der Libellen / Monitoring Odonata im Land Sachsen-Anhalt

Insekten-Ordnung mit zwei Unterordnungen:
Kleinlibellen (Zygoptera)
mit mehreren Familien (in D: Calopterygidae, Lestidae, Platycnemidae, Coenagrionidae);
Abb. links: Calopteryx splendens, Gebänderte Prachtlibelle, ein  Männchen selbst als Beute.
Großlibellen (Anisoptera) mit mehreren Familien (in D: Gomphidae, Aeshnidae, Cordulegastridae, Corduliidae, Libellulidae);
 Abb. rechts: Männchen von Aeshna mixta, Herbst-Mosaikjungfer. - alle Aufn.: J. Müller.

In D: 80 Arten; in ST: 70 Arten (07/2008).

Hemimetabole Entwicklung (unvollständig vom Ei über mehrere  Larvenstadien zur Imago). Räuberisch lebend als Larve in spezifischen Nischen im Gewässer und als Vollinsekt (Imago) an Gewässern (Reproduktionsgewässer) und deren Umgebung (Nahrungsraum). 
Libellen sind Augentiere und insbesondere bei Sonnenschein aktiv.
Die meisten Arten können auf Grund ihrer spezifischen Einnischung im Gewässer (oft mehrjährig als Larve in Gewässern mit  besonderer Ökomorphologie und Vegetation) als wichtige Bioindikatoren für den Zustand der jeweiligen Gewässer dienen.

Weil sie im Volksmund oft noch als "Teufelsnadeln",  “Schlangentöter” oder “Augenstecher" bezeichnet werden, muß immer wieder betont werden, daß
Libellen keinen Stachel besitzen und deshalb auch nicht stechen können!
Auch beißen sie keinen Menschen, sondern zerbeißen lediglich erbeutete Insekten wie z.B. Mücken ...

Systematische Darstellung der Arten in aktuellen Abb.:
Zygoptera (Kleinlibellen) und  Anisoptera (Großlibellen)

 

Zwei Spitzenindikatoren für die Elbe und deren Retentionsflächen:

 Aeshna affinis für die temporären Altwasser der Retentionsflächen (links) und
Gomphus (Stylurus) flavipes (FFH-Art nach Anhang 4 - rechts) für die sandigen sekundären Gleithangzonen in den Buhnenfeldern der Elbe,
für die u.a. ein jährliches
Monitoring durchgeführt wird
(Aufn.:  © J. Müller)

 

Neuerdings überraschen uns in Nahrungsresten vollständige subadulte Odonaten
als Beute der Rauchschwalben und der Bienenfresser, wodurch
Neunachweise die bessere Wasserqualität der Bode belegen:

    Nachdem wir schon 
    - 2005 Crocothemis erythraea erstmals für das Gebiet und dann
    - 2007 Ophiogomphus cecilia in der Unteren Bodeniederung
    als Nahrung von Rauchschwalben (unter dem Nest) gefunden hatten,
    gelangen
    - am 5. Juni 2009 Nachweise von C. splendens, C. erythraea und O. cancellatum und
    - am 18. Juni 2009 erneut Belege von O. cecilia (subadult noch lebend unter einem Nest)
    in UNSEBURG / SLK 
    und wurden durch weitere Exuvien- und Flügelfunde von cecilia an der nahen Bode dann bestätigt.
    Nun überrascht uns bei den "Arbeiten an unseren Bienenfresser-Brutpaaren" nach
    vielen O. cancellatum
    - am 30. Juli 2009 der Fund von
    - 0,1 Gomphus (Stylurus) flavipes (loch lebend)
    - und neben Anax imperator auch noch
    Aaskäfer Silphidae:
    Necrophorus investigator (Totengräber);
    Hummeln:
    Steinhummel  Pyrobombus lapidarius,
    Erdhummel Bombus spec.  (wahrscheinlich terrestris oder lucorum);
    Schmetterling:
    Distelfalter Vanessa cardui
    als große leicht erkennbare Beutereste am / unter dem Röhreneingang in einer Kiesgrube bei ATZENDORF / SLK - s. Aufnahme vom  , © JM:  > 
    weitere Informationen

Der nächstmögliche Reproduktionsort der G. flavipes dürfte in etwa 1 km an der unteren Bode liegen.
Bekanntlich besiedelt die Art nach der Elbe nun ja schon die Saale und wandert jetzt offenbar die Bode aufwärts.
Aktuelle Publikation:
Müller, J. & R. Steglich (2009): Beringungsarbeit erbringt entomologisch wertvolle FFH-Libellen-Nachweise in Nahrungsresten. -  Berichte der Vogelwarte Hiddensee 19: 69-70
verfügbar als  >
PDF-Datei

 


 

Die Darstellung der Libellen-Vorkommen in Sachsen-Anhalt erfolgt auf der Grundlage eigener Untersuchungen, die bis in die 1960er Jahre (insbesondere im Bezirk Magdeburg) zurückreichen, s. beispielhafte Verbreitungskarten auf der Grundlage der eigenen Beobachtungstätigkeit :

 Verbreitungskarten (unvollständig): eigene Libellen-Funde (Odonata) Sachsen-Anhalt:

Odonata - Sachsen-Anhalt - eigene Nachweise 1965-2003; MTB-Q(TK25)-Raster (unvollständig)

Gebänderte Prachtlibelle Calopteryx splendens

Blauflügel-Prachtlibelle Calopteryx virgo

Große Pechlibelle  Ischnura elegans

Kleine Pechlibelle Ischnura pumilio

Asiatische Keiljungfer Gomphus (Stylurus) flavipes

Grüne Flußjungfer Ophiogomphus cecilia

Südliche Mosaikjungfer Aeshna affinis

Kleine Königslibelle Anax parthenope


Aktuelle Untersuchungen laufen jährlich für die Libellen als Bioindikatoren für die jeweils  spezifischen ökologischen Valenzen der Umweltfaktoren. Dabei spielen die Fließgewässer und hier die Elbe als Strom in einem Sandbett (zentrale Achse des Landes) mit ausgedehnten Retentionsflächen eine besondere Rolle.

Für das darauf ausgerichtete Monitoring erfolgt unter den aktuellen kleinen Mitteilungen (“Aktuelles”) eine ständig aktuell gehaltene Darstellung der sachsen-anhaltischen Vorkommen von

FFH-Libellen

Fluss-Gomphiden

Rote Liste-Arten:
zur Zeit
aktuell:

A. parthenope 2003, 2004 ff;
L. fulva & A. isoceles
2002 ff Schollener See.
 
L. fulva 2009

Aeshna affinis

 

> s. auch Bearbeitung des
Verbreitungsatlas der Libellen (Odonata) in Sachsen-Anhalt .

 

 

Libellen-Artenliste Sachsen-Anhalt als
Fotodokumentation:
ergänzt nach
MÜLLER & SCHORR (2001): “Verzeichnis der Libellen (Odonata) Deutschlands”. -
Entomofauna Germanica 5 in Entomol. Nachr. Ber. BeiHeft 6: 9-44;
und
MÜLLER, J. & R. STEGLICH (2004): Rote Liste der Libellen (Odonata) des Landes Sachsen-Anhalt. 2. Fassung, Stand: Februar 2004. -
Ber. Landesamt. Umweltschutz Sachsen-Anhalt H. 39: 212-216;
mit
Verlinkung zu ausgewählten eigenen Fotos:


ZYGOPTERA - Kleinlibellen

ANISOPTERA - Großlibellen