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Aktuelles zur Großtrappe Otis tarda in Sachsen-Anhalt und angrenzenden Regionen Fotos und Problemdarstellung
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- Zum Vorkommen im FIENER BRUCH / ST:
- 19.03.2011, Fiener Bruch bei TUCHEIM / JL – JM, RS:
Anlässlich der jährlichen Mitgliederversammlung des „Förderverein Großtrappenschutz e. V.“ und Vortragstagung mit
folgenden Beiträgen:
- Chronologie des Aussterbens der Großtrappe in der Magdeburger Börde (J. Müller),
Dieser Vortrag wird z. Zt. für eine Publikation bearbeitet ...
- Gelegeverluste und Nachwuchsrate 2010 sowie aktuelle deutsche Trappenbestände (A. Eisenberg),
- ELER-Projekt im Fiener Bruch / ST (A. Sutor),
- Zum Stand des Großtrappenschutzes in ST (G. Dornbusch) und
- Beschaffenheit des Lebensraumes im Fiener Bruch (H. Litzbarski)
- gelang auf der abschließenden Exkursion die Beobachtung von 6 adulten Großtrappen-Hähnen, darunter 1
farbberingter Hahn aus der Aufzucht und Auswilderung im brandenburgischen Buckow von 2004 … -
- s. Aufn. aus großer Entfernung (Brennweite 940 mm) vom Beobachtungstag bei SU - © JM:
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- Großtrappe bei Rosslau abgeschossen
Dokumentation nach Meldungen in den ornithologischen Newslettern APUS-ST und
GermanBirdNet (GBN): Ich halte es für eine Schande für die Jägerschaft Sachsen-Anhalts ...
- 05.01.2011 - [APUS-ST]: Großtrappe bei Rosslau geschossen
Die Welt wird immer verrückter: Im Dezember 2010 soll durch einen Jäger eine von 12 Großtrappen bei
Rosslau geschossen worden sein. Der Vogel sei geschwächt gewesen, und sei bei Annäherung nicht mehr geflüchtet. Näheres weiß ich leider nicht. Warum der Jäger nicht wie jeder normal sterbliche
Bundesbürger den hilflosen Vogel geborgen und die Pflege veranlasst hat, ist für mich nicht erklärlich. Weiß jemand Näheres dazu? Jörg Lippert
- 07.01.2011 - [GBN] ST: Großtrappe geschossen
Hallo GBN-Ornithologen,
Aus sicherer Quelle kann ich den Abschuss einer Großtrappe in Sachsen-Anhalt bestätigen. Ohne Kommentar zur Qualität des hiesigen Jägers kann ich mitteilen, dass zur Zeit gegen den Jäger über zwei
Wege (einmal nach BNatSchG und einmal nach BJagdG) Strafanzeigen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft erarbeitet werden. Es könnte gewiss nicht schaden, wenn es Proteste bei der zuständigen obersten Jagdbehörde im
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Minister Dr. Hermann Onko Aeikens, Olvenstedter Straße 4, 39108 Magdeburg, geben würde; eMail an die Pressestelle: pr - at - mlu.sachsen-anhalt.de. Die Großtrappe ist bereits zur Untersuchung in Stendal ... Beste Grüße Joachim Müller.
- 11.01.2011 - [APUS-ST]: Großtrappe nördlich Roßlau geschossen
Liebe Ornis,
am 29. Dezember 2010 hat ein Jäger ... eine Großtrappe im Rahmen seiner "Hegeverpflichtung" geschossen. Der Jäger traf damit wohl eine sehr einsame Entscheidung! Es handelte sich um einen
Jungvogel von 2010, der in den Belziger Landschaftswiesen ausgewildert worden war. Grund für den Hegeabschuss soll gewesen sein, dass nach Meinung des Jägers das Tier nicht geflüchtet sei bei
Annäherung. Ungeheuerlich! Warum der Jäger das Tier nicht geborgen und die Pflege veranlaßt hat, ist völlig unbegreiflich. Er hätte sie auch nur seinem in Vogelaufzucht erfahrenen Nachbarn Hartmut Kolbe
geben brauchen. Solche Tatsachen - da schließe ich den Wolfsabschuss vom Juni 2009 bei Tuchheim ein - werfen ein beredtes Licht auf die Politik des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt. Das ist die Politik der
"Naturschützer mit dem gründen Abitur", wie sie sich gern bezeichnen? In der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow wird ohne auf Kost und Müh zu achten mit hohem
Engagement sich dem Schutz der Vögel gewidmet, und dann wird durch die Beschränktheit von Jägern (ich verallgemeinere bewußt) die Aufwendungen und Erfolge in den Gully gespült! Es scheint leider noch
immer reihenweise Jäger zu geben, die die Natur mit ihren Schießprügeln in Gut und Böse unterteilen. Wäre es nicht langsam an der Zeit, dass die Jagdfunktionäre solchen Jägern die Köpfe waschen und sich
nicht nur platonisch positiv zum Naturschutz bekennen? Der Vogel war allem Anschein nach in einem tadellosen Gefiederzustand. Außerdem war er sehr gut genährt. Jörg Lippert
- 25.01.2011 [GBN] Antwort des Ministers für Landwirtschaft und Umwelt an Herrn Eckstein auf Protest-Mail:
Sehr geehrter Herr Eckstein,
vielen Dank für Ihre e-mail vom 7. Januar 2011, in der Sie zum Erlegen einer Großtrappe in der Stadt Dessau-Roßlau Stellung nehmen. Ich stimme Ihnen insofern zu, als alle Anstrengungen unternommen
werden müssen, den schützenswerten Bestand der Großtrappe zu erhalten. Nicht zustimmen kann ich allerdings Ihrer Bewertung des Vorfalls.
Der Vorfall wurde der Stadt Dessau-Roßlau als zuständiger Jagdbehörde unverzüglich gemeldet. Von dort wurden alle notwendigen Schritte veranlasst. Die erlegte Großtrappe wird im Landesamt für
Verbraucherschutz in Stendal untersucht. Zur Prüfung einer strafrechtlichen Relevanz wurde der Vorfall an die zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben. Das Ergebnis der Ermittlungen ist abzuwarten.
Mit freundlichen Grüßen Dr. Hermann Onko Aeikens
- Die Antwort auf meinen Protest-Brief war ebenso enttäuschend ...
- Bis heute (Dez. 2011) gibt es kein Ergebnis zur strafrechtlichen Verfolgung des Vorganges !
Normale Bürger verhalten sich so, wie nun im Folgenden geschildert:
- Großtrappe bei Stassfurt / SLK, Anf. Dez. 2010:
Anfang Dezember 2010 wird in der Feldflur östlich Stassfurt beobachtet und am 06 Dez. dann am
Stadtrand von STASSFURT / SLK eine diesj. weibliche Großtrappe aufgegriffen und in den Tierpark Stassfurt gebracht. Von dort wurde sie dankenswerterweise am 07. Dez. von Wolfgang Hahn - in
Begleitung von E. Moritz - in die Trappenstation BUCKOW / BBG gebracht, wo sie begutachtet, gewogen und versorgt und - in gutem gesunden Zustand - der vorhandenen Gruppe im Freiland zugeführt wurde ...
- Sie stammt aus der Buckower Aufzucht 2010, wurde besendert im Fiener Bruch / ST ausgewildert und nun in Staßfurt aufgegriffen und zum Geburtsort zurückgeführt ...
- frisch besendert (s. Antenne am Hals) und mit grünem Jahres-Farbring am rechten Fuß;
s. Aufn. vom 7. Dez. © WH:
im Vergleich ein juv. Männchen der Auswilderungsgruppe in Buckow (© WH, 07.12.2010):
ungeregelt ist z. Zt. dabei (noch) die Bezahlung der “Rettungsfahrt” - von Stassfurt in ST nach Buckow in BBG,
also Ländergrenzen überschreitend (!) - dieser hochgradig gefährdeten Art - mit EU-Förderungsprojekt ... Bisher hat das der ehrenamtliche Ornithologe (als Rentner mit kleiner Rente) bezahlt ... - Ist eigentlich
beschämend, dass sich der Naturschutz (dieser) seiner Leistungen rühmt und ansonsten das besondere Engagement des Ehrenamtes würdigt - wie denn (?), zum Tag des Ehrenamtes mit guten Worten ...? (JM).
- Mitteilung an German Birdnet-Liste vom 07.05.2008:
- “ST u. BB: Großtrappe:
... ein Besuch unserer einzigen, inzwischen langsam wachsenden (zumindest z. Zt. stabilen) Großtrappen
-Gruppe im Fiener Bruch ergab, dankenswerterweise unter Führung des örtlichen Betreuers vom Förderverein, * am 05. Mai 2008: 7 prächtige, (z. T. balzende) Männchen und wenigstens 3-4 Weibchen (außerhalb des
Auswilderungsgeheges). Die jetzt (leicht) positive Tendenz basiert lediglich auf Bruterfolgen im Auswilderungsgehege. Außerhalb
der frei befliegbaren und vor Prädatoren (Raubsäugern) sicheren Anlage haben die Freilandbruten infolge intensiver landwirtschaftlicher Grünlandnutzung (hochtechnisierte, schnell fahrende Mähkombines) jedoch
(noch) keine Chance, denn leider vernachlässigt das Land nach der EU-Förderung inzwischen den Großtrappen-Schutz ohne eigene sinnvolle Aktivitäten!.
Im benachbarten Havelländischen Luch (bei Garlitz in BB) trafen wir im dortigen Auswilderungs- und Management-Gelände auf 14 (z. T. auch balzende) Männchen und mindestens weitere 4 Weibchen (offenbar ebenfalls in Brutpausen)
… Füchse wurden in beiden Gebieten im Grünland unweit der Großtrappen beobachtet ...”
- Zum ehem. (ausgelaufenen) Projekt:
Dazu Momentaufnahmen aus großer Entfernung von Beobachtungstürmen (z. T. bei etwas diesigem
Wetter und später bei zunehmender Sonne mit flimmernder Luft in Bodennähe ...):
Vier prächtige (alte) Großtrappen-Hähne äsend und bei Weibchen-Annäherung in Balzstimmung (re.) ...:
Einzelner prächtiges Trapphahn auf Ackerfläche ...
... im Gegenlicht sind die Bartfedern des alten Hahnes deutlich zu sehen:
Ausschnitt aus einer Gruppe von 10 alten Hähnen:
Ein balzender Hahn vor zwei Weibchen:
Zur Balz: Der balzende Hahn hat den schaukelnden Kehlsack aufgeblasen (rechts nach unten hängend), die Flügel
umgewendet (die weißen Unterfedern sind zu sehen) und den Schwanz hochgeklappt (die weißen Unterschwanzfedern sind zu sehen):
Hier richtet sich der Hahn wieder auf und faltet das Gefieder wieder in die normale Lage (Hals und Kopf weisen nach oben rechts, der Bart ist zu erkennen):
Füchse durchsuchen das Revier:
eine gefährliche Situation, während die Henne das Gelege verlassen hat ...:
Aus diesen aktuellen Einstandsgebieten fliegen immer wieder - zunehmend ? - einzelne Trappen in die
ehemaligen westelbischen Einstandsgebiete der Magdeburger Börde ein, wie eine Beobachtung im Dezember 2006 belegt, s. z. B. die Meldung vom Dez. 2006 > hier
Literatur zu dieser ehemaligen “Börde-Population” :
- Müller, J. (1971):
Zum Vorkommen und zur Ökologie der Großtrappe in der Magdeburger Börde. Ein Beitrag zum Schutze der vom Aussterben bedrohten Tiere. -
Archiv Naturschutz und Landschaftsforschung 11(1/2): 53-69. >> s. abstract
Wenn man das noch erleben darf - hier in unserer heimischen freien Natur (einer Kulturlandschaft !) -
fragt man sich, warum dies heute keinen besonderen Wert mehr darstellt, den man eigentlich bei gutem Willen, ohne überzogenen Vorrang wirtschaftlicher Interessen, schützen kann ...
Weitere und umfangreichere Informationen sind vom Förderverein zu bekommen: http://www.grosstrappen.de/
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