Elbe-Biber - Castor fiber albicus

Der Elbe-Biber war während der diesjährigen Jahrhundert-Flut an der Elbe auch ein  besonderes Thema, da er angeblich Schäden an den Deichen verursacht hätte. Ermattet auf Deichen sitzende Biber sollen deshalb sogar abgeschossen worden sein (Anzahl ? - Entscheidung ohne genaue Sachkenntnis...).

Arttypische Besonderheit.  “Biberlaus

Ein derartig ermatteter Jungbiber wurde z.B. durch den
 Tierfotografen und Biber-Spezialisten Peter IBE (erster Naturschutzwart der DDR aus den 1980er Jahren und somit dienstältester ostdeutscher Naturschutzwart - s. Abb. oben aus MZ  vom 24.9.02) des "Biosphärenreservates Flußlandschaft Mittlere Elbe" eingefangen, um ihn nun anderenorts - diesmal am Rhein - ansiedeln zu lassen. Solche Umsiedlungen sind in den  vergangenen Jahren aus der an der Elbe dicht siedelnden Population schon mehrfach vorgenommen worden, was beispielsweise zu erfolgreichen Ansiedlungen in den Niederlanden geführt hat.

 

 Die Elbe-Population hatte sich bis Anfang der 1990er Jahre in einem guten Bestand etabliert (s. Verbreitungskarte 1990/91 für Sachsen-Anhalt) und umfaßt an der sachsen-anhaltischen Elbe gegenwärtig ~2.200 Tiere (von ~5.500 Ex. in Deutschland).

1981 waren hier 940 und 1991 ~1.500 Expl.  von Castor fiber albicus ansässig.

 

 

 

 


”Biberlaus” = Pelzflohkäfer
als arttypische Besonderheit beherbergt der Elbe-Biber in seinem Fell einen Mitbewohner aus der Familie Leptinidae (Pelzflohkäfer - in Deutschland mit nur zwei Arten vertreten), den
Biberkäfer Platypsyllus castoris RITSEMA  (“Biberlaus”),
der augenlos und stark beborstet ist und Milben frißt;
s. Abb. (Digiscopie mit SM XX) eines Exemplares von Aken/Elbe, 21.07.1983, leg. D. Heidecke (MLU):
Abb. oben: Aufsicht, links darunter: Unterseite, rechts: seitlich:

 


Übrigens:

  • seit 1990 ist der Elbe-Biber das Logo des Naturschutzes in Sachsen-Anhalt und fungiert als solches in der amtlichen Naturschutz-Zeitschrift des Landes als Z.-Logo (s. Abb. eines  aktuellen Artikels zum Kerngebiet der Biberansiedlung an der Elbe).
     
  • seit Sommer 1997 gibt es im BioRes Mittlere Elbe (ehemals 43.000 ha) (jetzt: BioRes Flußlandschaft Mittlere Elbe mit ~120.000 ha) bei Dessau eine Bíberfreianlage mit Einblick in eine besetzte Biberburg ... - ein Besuch lohnt sich;