ARCHIV 01  = ARCHIV aktueller Beobachtungen aus 2001

Zurückliegende kleine Mitteilungen von 2001
aus der Bodeniederung
( www.jmueller-loederburg-kohlenschacht.de )
 und darüber hinaus in Sachsen-Anhalt (
www.faunoekjmueller-magdeburg.de )
  jetzt hier im ARCHIV 01 ohne Abbildungen:

 ARCHIV LITERATUR / ARCHIV 02 (Beob. 2002) / ARCHIV 03/04 / ARCHIV 05

Insekten:  ( Vögel )

  • Odonata:Sympetrum striolatum- 20.10.2001, leg. J. Müller
  • im Gebiet der Alten Kiesgrube westl. Atzendorf bis zum Unseburger Angelteich wurden am Wege 4 (1,3) stark abgeflogene Große Heidelibellen beobachtet.
    • die anspruchslose Art (euryöke Weiher-Art - auch in Sekundärgewässern) gehört zu den spät fliegenden, letzten Arten im Jahr und wird oft übersehen oder mit S. vulgatum verwechselt.
       
  • Odonata: Ophiogomphus cecilia - 05.08.2001, leg. Matthias HELLNER, Bad Kösen:
  • in der Nähe der Saale bei Naumburg (Laasen - etwa 2 km von der Saale entfernt) wurde 1 Ex. fotografiert. Das Belegfoto liegt mir vor.
    • Das ist die erste aktuelle Meldung aus dem oberen Halle-Naumburger Saaletal - FFH-Art des Anhang II.
       
  • Siphonaptera - Flohgewicht :
    • In Rahmen einer Anfrage von Kurt JAWORSKI am 15. Juni 2001 im Diskussionsforum von www.entomologie.de habe ich im Juli 2001 von einigen Flöhen die Gewichte bestimmt, da diese zuvor offenbar unbekannt, d.h. noch nicht ermittelt waren. Ich gebe das ermittelte Ergebnis als  Kopie-Ausschnitt des Forumsbeitrages hier wieder und füge ein Foto eines präparierten Hundeflohes (Präparat in Canadabalsam) bei:
       

... Hier kommen offizielle Floh-Gewichte, für deren Richtigkeit ich nun "selbst  die Verantwortung" übernehme (gewogen auf einer SARTORIUS-Analysenwaage):

Ceratophyllus gallinae (SCHRANK, 1803) - Meisenfloh
- 8 Männchen wiegen  3,8 mg = 1 wiegt somit 0,475 mg
- 7 Weibchen wiegen 5,4 mg = 1 wiegt somit 0,771 mg (! - vgl. Männchen)
(Die Tiere waren frischtot - also nicht  getrocknet.)

Ctenocephalides felis felis (BOUCHE, 1835) - Katzenfloh (getrocknet)
- 38 Exemplare (M,W vermischt) wiegen 9,1 mg = 1 getrockneter wiegt 0,239 mg.

...  Joachim Müller, Magdeburg (6. Juli 2001, 22.25 Uhr)

 

  • Nycteribiidae: Penicillidia monoceros, Basilia nana, Nycteribia kolenatii;
  • Siphonaptera:Ischnopsyllus simplex oder intermedius - 23.8.2001:
    während einer nächtlichen Fangaktion (von > 300 Fledermäusen) in Rübeland/Harz (Beringer: Berd  Ohlendorf) wurden von 120 parasitologisch untersuchten Fledermäusen (87 M. daubentoni, 11 M. nattereri, 1 M. myotis, 12 M. bechstenii, 4 M. dasycneme, 5 P. auritus)
  • 0,4 Basilia nana (von M. daubentoni, M. bechsteni),
  • 3,4 N. kolenatii(von M. daubentoni, M. nattereri),
  • 2,0Ischnopsyllus spec. (Artbestimmung erst nach Präparation sicher möglich) (von M. daubentoni) und
  • > 30 Spinturnix (von M. daubentoni, P. auritus) sowie

  • 1 Zecke (von M. mystacinus) abgesammelt.
    • Die neuen Funde von monoceros , der seltenen (im Harz an der südwestl. Verbreitungsgrenze,  ansonsten) hauptsächlich offenbar nordpaläarktisch verbreiteten  “Einhorn-Fledermausfliege” und nanasind insofern von besonderem Interesse, als monoceros in der Nähe des Erstfundes im  Harz 1982 (Müller & Ohlendorf 1984)  bestätigt wurde und nana nach der Zusammenstellung von Müller 1989 neu ist für bechsteinii.
    • Damit befinden sich von monocerosweit über 30 Ex. in der Collection Müller; das ist nach meinem  Überblick zur Zeit die höchste Anzahl in einer Sammlung von der erst 1910 beschriebenen Art, für die bis 1982 in Deutschland überhaupt nur wenige Ex. bekannt waren (s. Müller 1994).
       
  • Saltatoria: Leptophyes punctatissima- Juli - August 2001 - leg. R. Steglich:
  • Colbitz-Letzlinger Heide bei Dolle, Waldrand - 18.08.2001
  • MD, Waldsee - 08.08.2001
  • MD, Prester See, Feuchtwiese - 31.7.2001
  • MD, Artur-Becker-Teich, Rotehorn-Park -27. + 30.7.2001
  • MD, Zipkeleber Gutsteich - 20.7.2001
    • Nachdem L. albovittata (RL 3 (D), 2 (ST)) in der Elbeniederung in den letzten Jahren
      (s. Steglich, R. 1996: Die Gestreifte Zartschrecke Leptophyes albovittata (Ins., Saltatoria) im Elbtal Sachsen-Anhalts und im Landkreis Meißen (Sachsen). - Entomol. Mitt. Sachsen-Anhalt 4(1/2): 10-14)
      an nunmehr 58 Fundorten mit etwa 600 Exemplaren nachgewiesen wurde, gab es für
    • L. punctatissima (RL ST: 3) bislang nur 2 Funde von 1997 und 1999 in Magdeburg -Ottersleben,  Frankefelde 3, offenbar mit Rosen eingeschleppt (leg. u. Foto: J. Müller).
    • Bemerkenswert erscheint dabei, daß punctatissima im Magdeburger Rotehorn-Park im Binsenbestand (!) zusammen mit L. albovittata gefangen wurde. Es herrschte an diesen  Tagen große Hitze (über 30°C); suchten die Tiere im (Wasser-) Binsenbestand eine kühlere Nische?
       
  • Odonata: Somatochlora alpestris u.a. - 7.7.2001 - leg. R. Steglich & J. Müller:
  • auf einer Exkursion durch das Goethe- und Königsberger Moor im Nationalpark Hochharz (mit H.U. Kison & R. Stöcker) gelangen uns neben zahlreichen Exuvien, die teilweise noch zu bestimmen sind, neue Imago-Nachweise (bei etwa 1000 m NN) von
    • Somatochlora alpestris (RL ST:  1),
    • Leucorrhinia dubia (RL ST: 3),
    • L. rubicunda (RL ST: 3),
    • Aeshna juncea (RL ST: 2) u.a.
      • Verweisungen zu Publikationen zum hiesigen Vorkommen von S. alpestris:
        Müller 1987, 1988 ... ; s. auch:
      • Ellwanger, G.(1996): Zur Ökologie von Somatochlora alpestris Selys 1840 (Anisoptera: Corduliidae) am Brocken im Hochharz (Sachsen-Anhalt). - Libellula15 (3/4): 101-129.
         
  • Coleoptera: Epilachna argus - 19.5.2001 - leg. J. Müller
  • mehrere Imagines an Bryonia fressend, Marbe, 1 km w  Atzendorf in Holunder Ruderalfläche in geschützter Sonnenlage.
    • Die Art hat das Gebiet seit den 1970er Jahren besiedelt (seinerzeit große Vorkommen bei Unseburg, Neustaßfurt) und sich inzwischen weiter verbreitet.
  • Odonata: Gomphus vulgatissimus, Ophiogomphus cecilia, Stylurus flavipes - 23.6.2001 - leg. J. Müller, R. Steglich
    • von allen drei Arten sind gleichzeitig Exuvien zu finden: Elbe bei Breitenhagen Fähre (Elb-km 287,2) und Barby Fähre (Elb-km 291,5) - hier flvipes an Spundwand schlüpfend.
      • Übersicht zum Vorkommen an der Elbe s. Müller 1999, Steglich 2000


 

Vögel

  • Tundra-Saatgans - Anser fabalis rossicus; 26. Dezember 2001 
    leg. u. Video-Aufn. W. Hahn (Förderstedt)
  • am 26. Dez. 2001 findet W. Hahn beim Rothenförder Wehr nördl. Athensleben eine tote Saatgans, die sich nach der Schnabel-Form und Größe sowie -Färbung,
    • schwarz mit orangefarbener Subterminalbinde,
  • als Intermediärform zwischen A. fabalis fabalis und A. f. rossicus mit überwiegendem rossicus-Anteil, als  “Tundra-Saatgans”  (neuerdings =) A. [f.] serrirostris ( incl. rossicus) (s. M. Dornbusch 2001: Artenliste der Vögel im Land Sachsen-Anhalt. Apus SoH.: 1-46),  erweist.
    • Das vorerst tiefgefrorene Tier wird - als  Nachweis der Rasse in Mitteldeutschland - einer wissenschaftlichen Sammlung zugeführt > s. Federsammlung.
    • s. auch: Litzbarski, H. (1974):Taxonomische und biometrische Untersuchungen an der Saatgans, Anser fabalis (Latham 1787). - Beitr. Vogelkd. 20(5): 394-411.
       
  • Bemerkenswerte Totfunde von Schleiereulen, Tyto alba - bei Oschersleben (Magdeburger Börde) im Oktober / November 2001. - leg. E. Niemann, Domersleben/Börde. - s. auch Federsammlung.
  • Im Oktober u. November 2001 hat Herr Niemann an der Landstraße östlich Oschersleben 8 tote Schleiereulen gefunden. Im Einzelnen:
  • Landstraße L50 (mit einseitiger alter Hecken- u. Baumbepflanzung) zwischen Wanzleben und  Oschersleben (1 km westl. OT "Stadt Frankfurt", alle Funde innerhalb eines Bereiches von 100 m):
    • 25. Oktober 2001: 1 Ex. , 29. Oktober 2001: 1 juv.,  30. Oktober 2001: 1 ad., 1 juv.,
    • 21. November 2001: 1 juv., (beide juv. flachgefahren);
  • 2 km westl. OT "Stadt Frankfurt":
    • 12. November 2001: 1 juv.;
  • Ortseinfahrt (Ostseite) von Oschersleben / Börde:
    • 13. November 2001: 1 juv. (am Gewerbegebiet),
    • 21. November 2001: 1 juv. (am Motopark).
      • Herr Niemann fährt seit 1994 täglich die Strecke Wanzleben - Oschersleben und hatte in dieser Zeit keine toten oder angefahrenen Schleiereulen gesehen.
      • Er informiert in diesem Zusammenhang über drei erfolgreiche Bruten in diesem Jahre in Domersleben infolge eines guten Mäusejahres (Gewölle werden zur Zeit untersucht ...)!
      • Von den 3 Bruten flogen aus
        • 6 juv.,
        • 3 juv. (von 5 geschlüpften) und
        • 8 juv. (von 13 geschlüpften eines 16er Geleges !).
           
    • Vor Jahren gab es eine ähnliche Situation in der Börde südl. Magdeburg, über die Karl UHLENHAUT (Der Falke 23/1976: 56-60) berichtet hatte.
       
    • Die Federn von zwei Unfall-Exemplaren (ad., juv.) jetzt auch in der Federsammlung ...
       
  • Goldregenpfeifer, Pluvialis apricaria - 24. November 2001; leg. F. Kuche, W. Hahn, J. Müller
  • 16 Ex. auf Wintersaat nördlich Wolmirsleben (Kreuzfeld), mehrfach umherfliegend und wieder in Bodensenke Schutz suchend.
    • Die Art der Tundra (Freiflächen) ist offenbar regelmäßiger anwesend als beobachtet, wie diese (späte) Zufallsbeobachtung inmitten der Börde beweist.
       
  • Kraniche, Grus grus - große Schwärme, Hauptabzug vor dem Frost - 45. KW (November 2001)
  • am Ende der 45. Kalenderwoche ziehen vor der eindringenden skandinavischen Kaltluft (erster Frost im norddeutschen Tiefland 2001) große Züge von Kranichen (Schwärme bis zu 250 Ex.) durch unser Gebiet Richtung SW. leg.: W. Hahn, F. Kuche, K. Lotzing, J. Müller.
    • In den Wochen zuvor waren in diesem Jahre immer kleinere südwestwärts ziehende Trupps zu sehen.
       
  • Kiebitze, Vanellus vanellus - große Schwärme 4.11.2001, leg. W. Hahn:
  • Feldflur südl. Klein Paschleben: ~10-12.000 Ex. !,
  • Feldflur zwi. Neugattersleben u. Förderstedt: ~8.000 Kiebitze verges. mit ~1000 Staren u. ~300 Feldlerchen, die durch 0,1 Kornweihe gestört werden.
     
  • Kiebitzregenpfeifer, P. squatarola, u. Gr. Brachvögel. Numenius arquata - Mitte Oktober 2001
  • Bodeniederung, Marbe westl. Atzendorf -leg. W. Hahn, F. Kuche, J. Müller
  • An den Marbeteichen und den abgeernteten Äckern (Kartoffel, Raps ...) der Umgebung halten sich bis zu 13 Kiebitzregenpfiefer auf ...
  • Im westl. Marbeteich übernachten allabendlich an einem festen Schlafplatz bis zu 90 Gr. Brachvögel, die  etwa 1/2 Std. vor Sonnenuntergang zunächst vereinzelt (rufende Vorposten ) und dann in kleinen bis größeren Trupps bis nach Sonnenuntergang (im Dunklen und von uns nicht mehr einsehbar) am Schlafplatz im seichten Wasser einfallen. Die Tiere sind sehr störanfällig und fliegen bei kleinsten Störungen (unerwartete Geräusche, Habicht, Fuchs in der Salzvegetation am Ufer ? ) auf und fliegen dann längere Zeit (1/4 Std. und länger) am Teich und umgebenden Ackerflächen umher, ehe sie wieder landen.
    • Beide Arten sind in dieser Anzahl rastend und an einem festen Schlafplatz neu für die Bodeniederung.
    • Jahreszusammenfassung zum Limocolenzug 1964 / 2001 jetzt in meiner Darstellung zur Bodeniederung bei: www.jmueller-loederburg-kohlenschacht.de
       
  • Singschwan, Cygnus cygnus  und Situation 31.10.2001 Bodeniederung / Börde:
  • die ersten nordischen Singschwäne (Brutvögel der arktischen Tundra)  dieser Zugperiode sind nun auch in der Bodeniederung angekommen:
  • 2 Ex. hat F. Kuche am 25. Okt. 2001 an den Athenslebener Seen nachgewiesen, die ich heute (31.10.01) auf dem See bzw. benachbart mit 30 Höckerschwänen und 32 Saat- u. mind. 4 Bleßgänsen sehen konnte;
  • im Gebiet (Jakobsgrube bis Athenslebener See) außerdem:
    • 2 Brandgaense, 1,0 Spiess-, ~20 Loeffel-, ~5 Pfeif-, ~15 Schnatter-, ~20 Tafel-, einige Reiher- u. Krickenten, ...~20 Hauben-, 2 Zwergtaucher, ~35 Kormorane, ~10 Sturmmoewen ...
  • Marbe: 1 Raubwürger,
  • südl. Altenweddingen: 1,0 Merlin,
  • Kreuzteich, Löderburg: 35 Kormorane (kurzzeitig zum Fischen eingefallen, vom Athenslebener See-Gebiet kommend), 1 ad. Haubentaucher mit 2 noch bettelnden Juv.
    • Weitere Einzelheiten siehe im Limikolenbericht 2001, 1964 und im Vergleich 1964 / 2001.
       
  • Limicolen: 22.-25.9.2001:
  • Bodeniederung, Marbe- +  Athenslebener Seegebiet, leg. W. Hahn (WH), Mü.:
  • bemerkenswert:
    • Alpenstrandläufer 10 + 8+21,
    • Sichelstrandläufer 4:
    • Zwergstrandläufer  7 + 25,
    • Knutt (Küstenstrandl.) 1 (25.9. - JM),
    • Steinwälzer 1,
    • Sanderlinge 3,
    • Gr. Brachvögel 6, abends: 44 Ex. (WH),
      bzw. 85 Ex. abends am 25.9.01 (JM),
    • Sandregenpfeifer 2 dj.,
    • Kiebitzregenpfeifer 1 (WH),
    • Grünschenkel 1,
    • Flußuferläufer 0 + 3;
  • hier außerdem 22./23.9.2001:
    • 4 Rothalstaucher, 1 Wasserralle, 5 Bekassinen, 16 (10 dj.) Haubentaucher, 28 Kormorane in Formation fischend, 5,7 Schnatterenten, 1 später Mauersegler (Athensleben - WH);
    • 3 Grauammern, 1 Neuntöter, 1,0 Hybrid Tafel-Reiher-Ente;
       je mind. 5-8 Rotmilane + Mäusebussarde + 2 Kolkraben + 3 immat. Silbermöwen hoch oben kreisend (Marbe w. Atzendorf);
    • mehrere Kiebitzschwärme, u.a. einer mit etwa 500 Ex. nw. Atzendorf + 300 Ex. mit mind. 1 Goldregenpfeifer no Egeln-Nord (Mü).
    • erneuter Rebhuhn-Brutnachweis für 2001: 2 ad. 5 dj. w. Förderstedt, bei Steinbrüchen (WH).
       
  • Bienenfresser, Merops apiaster - 13.-18.9.2001, leg. J. Lang, F. Kuche
  • zunächst wurden vom 13.-15.9.2001 in der Ortsrandsiedlung von Rathmannsdorf 3 bis 4 Ex. gesehen, die hier zusammen mit Rauchschwalben in der mit Hausgärten aufgelockerten Siedlung nach Insekten jagten, weil offenbar hier mehr oder bei der kalten Witterung hier überhaupt noch Insekten flogen (leg. J. Lang);
  • unmittelbar danach meldet F. Kuche mindestens 10 Ex. vom Neubaugebiet Staßfurt-Nord, die am 17.9.2001 gegen 14.30 Uhr beim Nahrungsflug um die Häuser-Blocks fliegend und auch rufend beobachtet werden konnten;
  • dem folgt wiederum eine Meldung aus Rathmannsdorf von J. Lang vom 18.9.2001, wo 12 Ex. auf einer hohen Birke sitzen;
    • Damit können wir wohl für “unsere Brutpaare” des Nordöstlichen Nordharzvorlandes wieder von einer erfolgreichen Brut sprechen, denn dort waren in diesem Sommer 3-4 Adulte festgestellt  worden (Kuche, Hahn, Müller) ... oder sind das Zugvögel von weiter nördlich, Brutvögel aus dem Hamburgischen ?
    • Nach dem neuesten Jahresbericht über "Bemerkenswerte Beobachtungen 2000 in Sachsen-Anhalt" von George & Wadewitz (2001), in: Apus 11: 1-36, haben im Berichtsjahr 65 BP in ST gebrütet , so daß, daraus schlußfolgernd, die hier genannten diesjährigen Feststellungen sehr wahrscheinlich unsere Brutvögel betreffen können...
    • s. auch Federsammlung.
       
  • Sanderling, Calidris alba - 1.9.2001, leg. F. Kuche, J. Müller, W. Hahn:
  • 1 Sanderling am Marbeteich westl. Atzendorf neben Alpenstrandläufern, Zwergstrandläufer, Rotschenkel, Grünschenkel, Kampfläufer ...
    • Das ist die wiederholte Bestätigung des offenbar regelmäßigen Durchzugs von einzelnen Sanderlingen in unserem Gebiet.
    • Erst kürzlich (21.6.2001) hatte W. Hahn hier ein Ex. und zuvor E. Garve ebenda am 17.9.1999
      (
      halophila Nr. 41/2000: 10).
      • Ich hatte die Art bereits am 8.9.1963 am Löderburger Kreuzteich und in “Der Falke 5/1965: 176” seinerzeit darüber kurz berichtet. Dort sind auch weitere Hinweise zu früheren Vorkommen zu finden (Borchert).
         
  • Weißstorch-Bericht 2001 für die Bodeniederung (ASL) von Klaus Lotzing, Unseburg.
  • 2001 waren alle 5 Horste im Landkreis Aschersleben-Staßfurt (ASL) von Weißstörchen, Ciconia ciconia, besetzt:
  • Insgesamt wurden 10 Jungstörche flügge. Somit ergibt sich eine durchschnittliche Jungenzahl je erfolgreich brütendem Paar von 2,5.
  • In den 5 besetzten Horsten des Landkreises Aschersleben-Staßfurt wurden im Einzelnen 2001 nachstehend aufgeführte Brutergebnisse erzielt:
  • Wolmirsleben 2 juv., Athensleben 3 juv., Tarthun 3 juv., Unseburg 0 juv. und Egeln 2 juv.
  • Am Horst in Unseburg war 2001 kein Bruterfolg zu verzeichnen.
    • Obwohl der Horst von einem Paar bezogen wurde und auch anfangs ein ganz normaler Brutverlauf zu beobachten war, wurde der Horst in der letzten Juni-Woche plötzlich und ohne ersichtlichen Grund von beiden Altstörchen verlassen.
    • Eine spätere Horstkontrolle ergab keinen Befund. Weder taube Eier, Eireste noch verendete Jungvögel konnten festgestellt werden. Auch Horstkämpfe mit fremden Störchen waren ebenfalls nicht zu registrieren.
  • Aktuelle Literatur: Kaatz, C. (2001): Zur Situation der Weißstorchbestände in Sachsen-Anhalt. - Apus 11: 55-60.
    • Danach gab es im Jahre 2000 in ST  574 Horstpaare.
       
  • Brandgans, Tadorna tadorna
  • In der Marbe hält sich gegenwärtig (Sept. 2001) auch eine junge, offenbar verletzte Brandgans auf (sie hinkt etwas und ist relativ zutraulich). Sie gehört offenbar zu den hier erbrüteten Jungvögeln.
    • In der Bodeniederung brütet die Art (Brandgans, Brandente) seit einigen Jahren. Sie war hier in der Bodeniederung 1960 erstmals beobachtet worden - s. Lit.: Müller, J. (1966): Brandgänse im  Kreisgebiet Staßfurt. - Der Falke 13(2): 67.
       
  • Seeadler Haliaeetus albicilla, Fischadler Pandion haliaetus, Kranich Grus grus, Mittelspecht Dendrocopos medius - 29.8.2001,leg. J. Müller et al.: während eines Dienst-Rundganges im "Biosphärenreservat Flußlandschaft Mittlere Elbe" zum Kliekener Life-Projekt (fließende Anbindung eines  Artarmes an die Elbe) gelangen so nebenbei die Beobachtungen von :
  • 1 Seeadler (im Geplänkel mit Kolkraben hoch oben), 1 Fischadler, 1 Habicht (ebenfalls in  Auseinandersetzung mit Kolkraben hoch oben) und von zwei trompetenden Kranich-Paaren mit je zwei Jungen (freistehend auf einem abgeernteten Feld), die wohlbehütet zwischen den beiden Altvögeln geführt wurden sowie von einem zwischen zwei Waldteilen überfliegenden Mittelspecht.
    • Die Beobachtungen belegen die hervorragende Beobachtungsmöglichkeit von Spitzenindikatoren des Auenwaldgebietes an der Mittelelbe, einer “intakten” (naturnahen) historisch gewachsenen  Kulturlandschaft (s. auch den Bericht von Thomas Griesohn-Pflieger zur "FALKE-Reise 2000”, Der Falke 47, Heft 8/2000: 242-245.) ...
       
  • Weißkopfmöwe, Larus cachinnans:
  • 1 ad. Weißkopfmöwe meldet S. Hermann für den 17.8.2001 im Löderburger Teichgebiet;
    • dadurch aufmerksam geworden prüften wir eine "verdächtige Großmöwe" am 26.8.2001 (leg. W. Hahn, J. Müller) mit dem Ergebnis:
  • 1 Silber- (L. argentatus) oder Weisskopfmoewe (L. cachinnans) am Pumpenhaus der Marbeteiche (seit Tagen):
    • Art war nicht sicher zu identifizieren, da Beine hell grau-weiss, am Fluegel keine (!) weissen Spitzenflecken, weisser Kopf hat noch einige graue Federn, kleiner roter Schnabelfleck (?).
    • Wir konnten uns danach nicht für die eine oder andere Art entscheiden (?)
       
  • Seeadler Haliaeetus albicilla - 12.8.2001 - leg. J. Müller
  • 1 immat. Ex. (mit grauem Schnabel, Schwanz weiß mit dkl. Endbinde) sitzt am Elbufer bei Kehnert, Elb-km 360,5
    • Handelt es sich um ein vorjähriges hier erbrütetes Exemplar?
       
  • Zwergdommel Ixobrychus minutus, Schnatterente Anas strepera - Brutnachweise 20.7.2001, leg. S. Herrmann (Naturschutzstation Ostharz):
    • Zwergdommel 1,1 mit 2 juv. im Löderburger Teichgebiet;
    • Schnatterente 0,1 mit 3 juv. im Athenslebener Teichgebiet.
       
  • Uhu, Bubo bubo - 15.7.2001- leg. W. Hahn, J. Müller.
  • 3 flügge Jungvögel wurden im Kirchberg-Steinbruch, Niederrotweil im Kaiserstuhl beobachtet.
    • (Kein Kommentar zum bekannten Vorkommen - nur soviel: es war ein herrlicher Anblick ! )
       
  • Reiherente, Aythya fuligula - 28.7.2001 - leg. W. Hahn.
  • Brutnachweis im LK ASL, Angelteich NW Marbe.
    • Erster Brutnachweis für die Bodeniederung.
       
  • Brandgans, Tatorna tadorna - 21.6. bis 27.7.2001 - leg. W. Hahn, J. Müller.
  • Erfolgreiche Brut verfolgt: auf dem Marbeteich erscheint ein BP mit 7 pull. am 21.06.2001, deren juv. am 27.07.2001 Rundflüge machen und am 28.07. das Gebiet verlassen haben.
    • Nach der ersten Beobachtung der Art auf den Löderburger Teichen Mitte der 1960er Jahre (s. Müller 1966) ist die Art Ende der 1990er Jahre zum Brutvogel (~ 3-5 BP jährlich) in der Bodeniederung geworden.
    • Dieses zunächst verletzte Ex. ist noch am 23.9.2001 ebenda.
       
  • Kolbenente, Netta rufina - Juni 2001 - leg. W. Hahn, J. Müller et al.
  • Auf den Löderburger Bruchfeldteichen “Alter Seemann” und Kreuzteich” mehrere Exemplare (bis zu 4,3 am 17.6.2001).
    • Die Art erscheint in diesem Jahre hier vermehrt, nachdem sie W. Hahn wenige Jahre zuvor im Teich am Schwimmbad Staßfurt beobachtet hatte.
       
  • Tafelente, Aythya ferina - 17.6.2001 - leg. S. Herrman, W. Böhm, K. George, U. Niemetz, W. Hahn & J. Müller.
  • Brutnachweis im Kreuzteich: 0,2 mit je einigen pull. (U. Niemetz).
    • Erster Brutnachweis für die Bodeniederung im LK ASL.
       
  • Zwergdommel, Ixobrychus minutus - 17.6.2001 - leg. S. Herrmann, W. Böhm, K. George, U. Niemetz,  W. Hahn & J. Müller.
  • Beobachtung von 2,1 Ex. im Löderburger “Seemann” (“Alter Seemann”) - nachdem S. Herrmann die Art hier vor Tagen wiederentdeckt hatte.
    • Die Art war hier in den 1960-70er Jahren Brutvogel mit 5-10 BP in Kippteich, Alter Seemann, Salzteich, Kreuzteich. Im Kreuzteich habe ich die Haltung bei wurr-Ruf studiert - s. Müller 1972
       
  • Großtrappe, Otis tarda - 14.1.2001 - leg. K. Lotzing:
  • 1 Großtrappemeldete K. Lotzing für das ehemalige Einstandsgebiet am Südrande der Magdeburger Börde (s. www.halophila.de; unter Rubrik: "halophila" Nr. 42, 2001).
    • Das Gebiet ist ein altes Einstandsgebiet (um 1930 hier noch Balzplatz von etwa 50 Hähnen), in dem in den 1970-80er Jahren die Großtrappen aber dramatisch zurückgingen - zur Jahrhundertwende  2000/2001 bis auf Null.
    • Die Großtrappe ist in der Magdeburger Börde inzwischen infolge ausgeräumter Ackerlandschaft ausgestorben (insbesondere wegen artenarmer Monokulturen mit fehlenden Ackerrandstreifen und  damit fehlender Nahrungsgrundlage - mit anderen Worten: die Jungen mußten als Küken bereits verhungern!).
      • s. Darstellung des ehemaligen Vorkommens bei www.halophila.de (Rubriken: "Lexika" und "halophila" 42; 2001; Beitrag von Spitzenberg über Beobachtungen von 3,6 Exemplaren mit Vollbalz der 3 Hähne am 15.4.1982) und Abb. bei Müller (1971), Arch. Natursch. Landschaftsforsch. Bd. 11(Heft 1/2): 53-69 (> abstracts/Ornithologie ) und bei der Federsammlung >Großtrappe.
         
  • Rätselvogel


  • Seehundsterben - gelöscht;
    aktuelle Informationen s. unter
      > www.wattenrat.de <


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